Herausragende Maler und Bildhauer

Henri de Toulouse-Lautrec

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Melone, Bart und Brille, unverwechselbar Henri de Toulouse-Lautrec.
Melone, Bart und Brille, unverwechselbar Henri de Toulouse-Lautrec.

Henri de Toulouse-Lautrec

1864–1901

Henri de Toulouse-Lautrec, französischer Maler und Lithograph, geb. in Albi, gest. auf Schloss Malromé, das in der Gironde liegt.

Mit 14 Jahren brach er sich bei einem Sturz vom Pferde die Beine. Dadurch blieb er sein Leben lang verwachsen und klein.

Toulouse-Lautrec trat im Jahr 1882 in Bonnats Atelier ein, dann in das von Cormon, wo er van Gogh kennenlernte.

Er machte sich schon früh frei von jeglichem Akademismus. Sein Stil wurde kühn, beißend, bitter und geistreich.

Henri verlegte sich auf moderne Themen: Bilder von geschlossenen Häusern, Prostituierten, auf Bilder vom Zirkus, aus dem Sportlerleben sowie Intimitäten.

1882 Schüler der Pariser Akademie, richtete er sich 1886 mit 22 Jahren auf dem Montmartre ein eigenes Atelier ein, befreundete sich mit dem Chansonnier Aristide Bruant und der Chansonette Jane Avril sowie mit den Künstlern des Moulin-Rouge und Moulin de la Galette.
Anregungen erhielt er, selbst dem Impressionismus  abgeneigt, durch Paul Gauguin  und Edgar Degas. Er entwarf auch Plakate des Jugenstils und seit 1892 Farblithographien, die er zu künstlerischer Vollendung brachte.

Seit 1898 siechte er förmlich dahin, 1899 brach seine Gesundheit, die schon immer zart gewesen war, zusammen. Nach einem Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt zog er nach Bordeaux, dann nach Hause nach Malromé, wo seine Mutter lebte. Er erlitt einen Lähmungsanfall und blieb im Schloss bis zu seinem Tode mit 37 Jahren.

 

Toulouse-Lautrec, Jane Avril, Tänzerin des Moulin Rouge, die der Maler grenzenlos verehrte, 1893.
Toulouse-Lautrec, Jane Avril, Tänzerin des Moulin Rouge, die der Maler grenzenlos verehrte, 1893.

Toulouse-Lautrec verbrachte die Nächte im Moulin Rouge, im Moulin de la Galette; später im Casino de Paris und all den anderen Cabarets, zeichnete, machte Skizzen mit Bleistift und Kohle oder, wenn er beides nicht zur Hand hatte, sogar mit ausgebrannten Streichhölzern. Und er trank. Er versuchte nicht, sich seinen Kummer, seine Verzweiflung von der Seele zu malen; er versuchte sie zu ersäufen und trank sich dabei selbst zu Tode.

Sein großes Thema war der Mensch .

Die Sympathie, die Toulouse für viele der Mädchen empfand, beruhte nicht nur darauf, dass sie ihn als Mann akzeptierten, er nahm sie auch gern als Modelle. „Die berufsmäßigen machen immer den Eindruck, als wären sie ausgestopft. Diese Frauen dagegen leben“, sagte er. Die Gesellschaft hatte den Mißgestalteten zwar nicht aufgenommen, aber sie verzieh ihm auch nicht, dass er eine andere Gesellschaft gefunden hatte.

 

Toulouse-Lautrec, Aristide Bruant, dans son cabaret, 1892.
Toulouse-Lautrec, Aristide Bruant, dans son cabaret, 1892.

1897 erlitt Toulouse, kaum 33 Jahre alt, den ersten Anfall von Delirium tremens, Säuferwahnsinn, der sich als Verfolgungswahnsinn äußert. Der Maler glaubte, die Polizei sei hinter ihm her. Die Familie lieferte den Künstler kurz darauf in ein Sanatorium in Neuilly ein.

Auch dies ist berichtet worden: Eines Tages, vor seiner letzten Zeit, schenkte ihm eines der Bordellmädchen einen kleinen Strauß Veilchen. Dem Maler stiegen Tränen in die Augen. Er bewahrte den Strauß auf, bis die letzte Blüte verwelkt war und zeigte ihn allen seinen Freunden, als wäre es das kostbarste Geschenk seines ganzen Lebens. Und vielleicht war es das sogar.

Die meisten seiner Gemälde befinden sich im Museum von Albi, seiner Geburtsstadt.

 

Paris sera toujours Paris.
Paris sera toujours Paris.

EROS

Masken! Masken! Dass man Eros blende.
Wer erträgt sein strahlendes Gesicht,
wenn er wie die Sommersonnenwende
frühlingliches Vorspiel unterbricht.

Wie es unversehens im Geplauder
anders wird und ernsthaft... Etws schrie...
Und er wirft den namenlosen Schauder
Wie ein Tempelinnres über sie.

Oh verloren, plötzlich, oh verloren!
Göttliche umarmen schnell.
Leben wand sich, Schicksal ward geboren.
Und im Innern weint ein Quell.

(R. M. Rilke, 1924)

 

 

 

 

Ein Abstecher in das große Paris der Künstler um die Jahrhundertwende bietet sich hier an.

 

Montmartre, Künstlerdorf im Herzen der Millionenstadt, eines der großen Ziele des Fremdenverkehrs.
Montmartre, Künstlerdorf im Herzen der Millionenstadt, eines der großen Ziele des Fremdenverkehrs.

Montmartre, Künstlerdorf im Herzen der Millionenstadt, eines der großen Ziele des Fremdenverkehrs. Der Lapin Agile sieht aus wie eine Dorfherberge. Er war einst Treffpunkt der Dichter und Künstler.

 

Der Lapin Agile sieht aus wie eine Dorfherberge. Er war einst Treffpunkt der Dichter und Künstler.
Der Lapin Agile sieht aus wie eine Dorfherberge. Er war einst Treffpunkt der Dichter und Künstler.

 



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